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Trauerarbeit April 20, 2007

Posted by arabrabenna in Erinnerungen.
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Gerade las ich den Artikel von Lila, wie in ihrem Kibbuz “Yom ha Shoah” Begangen wird. Es hat mich sehr berührt! Vor etlichen Jahren hielt ich nicht viel von solchen Gedenktagen bis unser fünftes Kind starb, gerade mal zwei Tage alt. Er hatte ein nicht komplett ausgebildetes Herz und es  war vorher nicht festzustellen, wir waren also völlig ahnungslos. Und Amadeus  war unser kräftigstes Kind! Alles ging unglaublich schnell. Morgens bekam ich den Süßen in den Arm mit der Bemerkung.”Sehen sie sich ihn noch einmal an, er muß in die kinderklinik.”, keine Erklärung, nichts. Irgendwann zur Visite wurde mir mitgeteilt, daß es unklare Herz- und Lungengeräusche gab. Ich versuchte, meinen Mann zu erreichen, aber das Telefon zu Hause funktionierte nicht. Also rief ich beim Pfarrer an, er möge meinem Mann bitte ausrichten, daß mit unserem Kind etwas nicht in Ordnung ist. Nach ein paar Stunden erschien M., zu meiner Verwunderung mit dem Pfarrer im Schlepptau. Er wußte inzwischen mehr als ich und hatte um eine Nottaufe unseres Kindes gebeten. Wir gingen in die Kinderklinik und dort lag unser Kindchen! Überall waren Schläuche und er wurde beatmet. Es war schrecklich, ihn dort so liegen zu sehen, nicht auf den Arm nehmen zu dürfen! Nach der Taufe konnten wir endlich mit dem Arzt sprechen und da M. Krankenpfleger ist, stellte er ganz kongrete Fragen. Ohne diese Fragen hätten wir nicht die Hälfte erfahren. Dem Herz fehlte die linke Kammer. Nach der Geburt hatte die rechte Hälfte die komplette Arbeit übernommen, aber nach 24 Stunden brach es zusammen. Das wußte man aber noch nicht. Es wurde fieberhaft versucht, Kreislauf und Atmung zu stabilisieren, um ihn genauer untersuchen zu können. Uns wurde mitgeteilt, daß Amadeus nach Berlin in die Charite verlegt werden solle, wenn der Herzfehler oparabel sei, wenn nicht, würden sie mir Bescheid geben. Da stand ich dann wieder allein und lauschte krampfhaft, ob ein Hubschrauber zu hören sei oder nicht. Der Hubschrauber kam und ich war voller Hoffnung! Etwa ein oder zwei Stunden später erschien der Kinderarzt um mir mitzuteilen, daß der Herzfehler nach dem Rmessen der Görlitzer Ärzte inoparabel sei, sie aber nichts unversucht lassen wollten und ihn deshalb nach Berlin verlegt hatten. Am nächsten Tag wolten wir nach Berlin fahren, um wenigstens bei unserem Kind zu sein, wenn es sterben muß, mußten aber erfahren, daß es bereits zu spät war.

Da saß ich dann zu Hause mit diesem Schmerz! So vieles, was mir vorher wichtig erschienen war, hatte gänzlich seinen Wert verloren. M. war allein gefahren, um alles Nötige zu regeln. Er war so stark! Meine Mutter kümmerte sich glücklicherweise um Haushalt und Kinder. Sie mußten ja auch das Erlebte verarbeiten, schließlich hatten sie ihr Brüderchen schon gesehen! Ich war wie betäubt, ein komischer Zustand. Dank meiner wunderbaren Mama konnte ich richtige Trauerarbeit leisten, über alles sprechen, meine Ruhe haben. Seitdem weiß ich, wie wichtig auch Gedenktage sind! Und ich lernte, sehr dankbar zu sein für unsere 4 wunderbaren und gesunden Kinder!

vor 17 Jahren November 28, 2006

Posted by arabrabenna in Erinnerungen.
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Morgen hat unser Jüngster Geburtstag! 17 Jahre wird er und es sind 17 Jahre und 20 Tage her, daß die Mauer fiel! Ich weiß es noch ganz genau. Die Gefühle waren denen in meiner Kindheit ähnlich, wenn ich vor dem Weihnachtszimmer stehe, das Glöckchen klingelt und ich endlich, endlich die ganze Pracht sehen durfte! - Wir saßen vor den Nachrichten, damals sahen wir öfters fern, weil so eine Spannung in der Luft lag, als die Meldung verlesen wurde,daß man ab sofort ohne Visum in die BRD reisen darf. Erst riefen wir alle Verwandten, Freunde und Bekannten an, die telefonisch erreichbar waren und dann überlegten wir ernsthaft, ob wir nicht gleich in der Nacht losfahren, um diese Stimmung in Berlin selbst zu erleben! Wir ließen es aber, denn unsere drei kleinen Kinder schliefen und ich war hochschwanger. Und dann war im ganzen Land so eine Hochstimmung, total euphorisch. Im Krankenhaus lasen wir uns gegenseitig aus der Zeitung vor, weil da endlich mal was Interessantes drin stand. Ansonsten wurde von der Planübererfüllung irgendwelcher Betriebe berichtet und wer bestes Kollektiv geworden ist… Ich müßte mir direkt mal wieder eine Zeitung von damals zu Gemüte führen, aufgehoben haben wir sie jedenfalls. - Und jetzt ist die Freiheit zum Alltag geworden und viele haben vergessen, wie es damals wirklich war. Die Vergangenheit erscheint in verklärtem Gesicht. Aber ich weiß noch sehr genau, wie ich gelitten habe, wenn unsere “Westvervandten” oder Freunde wieder abreisten. Es war so ein elendes Ohnmachtsgefühl, nichts tun zu können gegen dieses Eingesperrtsein. Und diese dummen Sprüche, die überall rumhingen: “Alles für das Wohl des Volkes und den Frieden.” - Wobei - das, was heute rumhängt oft auch sehr dumm ist:”Geld macht doch glücklich” oder “Geiz ist geil”. Nichts desto trotz danke ich Gott für die Freiheit, meine Meinung sagen und meinen Glauben leben zu dürfen, alles ohne Angst, dafür eingesperrt oder benachteiligt zu werden!

Dorfgeschichten November 23, 2006

Posted by arabrabenna in Erinnerungen.
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Ich lebe also auf dem Dorf. Und ob ihr es glaubt oder nicht, es ist interessant! Am treffendsten hat das mal ein alter Herr ausgedrückt, ein Gärtner aus dem Dorf meiner Kindheit. Ich traf ihn im Zug.Er war auf dem Weg in eine größere Stadt, um seinen Bruder zu besuchen. Wir unterhielten uns und dann sagte er: “Ich bin nicht gerne in der Stadt. Dort passiert nichts. Man sieht die Blätter und Pflanzen nicht wachsen.” Dieses Erlebnis ist nun schon viele Jahre her, doch ich habe es nie vergessen. Mußte oft drüber nachdenken, denn damals lebte ich in einer Stadt. Inzwischen denke wieder darüber nach, da unsere pbertierenden Söhne des öfteren ihr Unverständnis über unser Leben auf dem Dorf äußern: “Wie konntet ihr nur auf´s Dorf ziehen!”Um uns herum gibt es wunderbar viel Natur, Wälder, Teiche, Wiesen mit noch richtig vielen Blumen ind Felder. Zu eienem der Nachbardörfer führt eine Allee, die ich besonders liebe. Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit, man muß nur Augen dafür haben! Und hier ist Platz! Ich fühle mich nah dran am eigentlichen Leben, dort wo der Ursprung ist. Hier sehe ich es wirklich wachsen, die Knospen reifen und aufspringen, ich freue mich über jedes frische Blatt im Frühling, über jede Blume, begutachte meine Beete und bin glücklich, wenn die ersten Radieschenblätter durch die Erde brechen!                                                                                                                                                                                                               Die Menschen sind allerdings überall die Gleichen. Wir lebten 5 Jahre in einem Mietshaus in der Stadt und das war eigentlich Dorf in Kleinformat, was so das Miteinander betraf. Und trotzdem hat jedes Dorf seinen eigenen Charakter. Dazu noch eine kleine Geschichte, hier passiert. Beim Ausräuchern eines Wespennestes war eiem Bauern die Scheune angebrannt. Hier gibt es in fast jedem Dorf eine freiwillige Feuerwehr, die mehr oder weniger gut funktioniert. Die Sirenen heulten und nun mußten noch die benachbarten Wehren per Funk über den Ort des Geschehens informiert werden. Der verreiste Chef war aber der Einzige, der das Funkgerät bedienen konnte. Endlich fand man einen Knaben, der aushalf. Nun war aber auch der Schlüssel zur Garage in der Hand des nicht Anwesenden! Man brach also das Schloß auf um festzustellen, daß das Auto nicht ansprang. Als auch diese Hürde genommen war und die Feuerwehr als Letzte am Ort der Katastrophe erschien, funktionierte die Wasserpumpe nicht!  Wäre im Nachbardorf nie passiert!

Hello world! November 15, 2006

Posted by arabrabenna in Erinnerungen.
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