jump to navigation

vielbegehrter Laptop April 20, 2007

Posted by arabrabenna in Familiäres.
add a comment

Falls es Leute gibt, die meinen Blog lesen und sich wundern, daß ich nicht gerade regelmäßig schreibe, dem sei hiermit gesagt, daß es in unserem Haus nur dieses eine Gerät mit Internetanschluß gibt! Und dann sind da halt Tage, an denen er belagert wird. Und außerdem muß ich z.Zt. unseren Garten auf Vordermann bringen. Das bedeutet, viel Land zu bearbeiten. Wir haben ein Grundstück vo 2300 qm. Und Blumen und Gemüse sind mein Bereich. Und zum Schreiben brauche ich viel Ruhe. So ist das halt!

Trauerarbeit April 20, 2007

Posted by arabrabenna in Erinnerungen.
1 comment so far

Gerade las ich den Artikel von Lila, wie in ihrem Kibbuz “Yom ha Shoah” Begangen wird. Es hat mich sehr berührt! Vor etlichen Jahren hielt ich nicht viel von solchen Gedenktagen bis unser fünftes Kind starb, gerade mal zwei Tage alt. Er hatte ein nicht komplett ausgebildetes Herz und es  war vorher nicht festzustellen, wir waren also völlig ahnungslos. Und Amadeus  war unser kräftigstes Kind! Alles ging unglaublich schnell. Morgens bekam ich den Süßen in den Arm mit der Bemerkung.”Sehen sie sich ihn noch einmal an, er muß in die kinderklinik.”, keine Erklärung, nichts. Irgendwann zur Visite wurde mir mitgeteilt, daß es unklare Herz- und Lungengeräusche gab. Ich versuchte, meinen Mann zu erreichen, aber das Telefon zu Hause funktionierte nicht. Also rief ich beim Pfarrer an, er möge meinem Mann bitte ausrichten, daß mit unserem Kind etwas nicht in Ordnung ist. Nach ein paar Stunden erschien M., zu meiner Verwunderung mit dem Pfarrer im Schlepptau. Er wußte inzwischen mehr als ich und hatte um eine Nottaufe unseres Kindes gebeten. Wir gingen in die Kinderklinik und dort lag unser Kindchen! Überall waren Schläuche und er wurde beatmet. Es war schrecklich, ihn dort so liegen zu sehen, nicht auf den Arm nehmen zu dürfen! Nach der Taufe konnten wir endlich mit dem Arzt sprechen und da M. Krankenpfleger ist, stellte er ganz kongrete Fragen. Ohne diese Fragen hätten wir nicht die Hälfte erfahren. Dem Herz fehlte die linke Kammer. Nach der Geburt hatte die rechte Hälfte die komplette Arbeit übernommen, aber nach 24 Stunden brach es zusammen. Das wußte man aber noch nicht. Es wurde fieberhaft versucht, Kreislauf und Atmung zu stabilisieren, um ihn genauer untersuchen zu können. Uns wurde mitgeteilt, daß Amadeus nach Berlin in die Charite verlegt werden solle, wenn der Herzfehler oparabel sei, wenn nicht, würden sie mir Bescheid geben. Da stand ich dann wieder allein und lauschte krampfhaft, ob ein Hubschrauber zu hören sei oder nicht. Der Hubschrauber kam und ich war voller Hoffnung! Etwa ein oder zwei Stunden später erschien der Kinderarzt um mir mitzuteilen, daß der Herzfehler nach dem Rmessen der Görlitzer Ärzte inoparabel sei, sie aber nichts unversucht lassen wollten und ihn deshalb nach Berlin verlegt hatten. Am nächsten Tag wolten wir nach Berlin fahren, um wenigstens bei unserem Kind zu sein, wenn es sterben muß, mußten aber erfahren, daß es bereits zu spät war.

Da saß ich dann zu Hause mit diesem Schmerz! So vieles, was mir vorher wichtig erschienen war, hatte gänzlich seinen Wert verloren. M. war allein gefahren, um alles Nötige zu regeln. Er war so stark! Meine Mutter kümmerte sich glücklicherweise um Haushalt und Kinder. Sie mußten ja auch das Erlebte verarbeiten, schließlich hatten sie ihr Brüderchen schon gesehen! Ich war wie betäubt, ein komischer Zustand. Dank meiner wunderbaren Mama konnte ich richtige Trauerarbeit leisten, über alles sprechen, meine Ruhe haben. Seitdem weiß ich, wie wichtig auch Gedenktage sind! Und ich lernte, sehr dankbar zu sein für unsere 4 wunderbaren und gesunden Kinder!